Deutsch: Mystery-Thriller

Inhaltsverzeichnis

1  Buchdeckel & Buchrücken
2  Leseproben
3  Plot
4  Form
5  Inhalt
6  Werksgeschichte

Schicksalserben 2019 yeah

90 Seiten / E-book 110 Seiten

Schicksalserben Rückseite 2019 yeah

Leseprobe 1 Kapitel 1 und 2 Die Verfügung

Leseprobe 2 Aus dem spirituellen Erbe Edward Kays Der Sinn des Lebens

Plot

Edward Kay kämpft darum, ein Geheimnis mit der Welt zu teilen, eines, das ihm bereits seine Freiheit gekostet hat.

In einem abgelegenen schottischen Refugium, verbunden mit einer bunten Literaturgeschichte, werden einige der großen Lichter britischen Literatur (und ein paar kleinere) zusammengerufen, um ein Rätsel aufzuklären: eines, das die gesamte Menschheit infrage stellt.

Form

In den Thriller kritisch inkludiert ist die wissenschaftliche Betrachtung „Spiritualität am Prüfstand“ als das spirituelle Erbe des vermeintlichen Mörders Edward Kay.

Inhalt

Von MA Paul Kachur

Die Schicksalserben ist die jüngste Arbeit in George Grows Reihe Bücher des Lebens. Die Struktur basiert auf dem Genre Mordgeheimnis oder Kriminalroman in der Tradition von Agatha Christie und einer Gruppe von Autoren, die in ein geheimnisvolles fernes Anwesen gerufen wurden, um an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen, bei dem eine große Geldsumme – ein ganzes Vermögen – für sie auf dem Spiel steht.

Die Herausforderung: das literarische Erbe ihres unbekannten Wohltäters im besten und klarsten Licht zu präsentieren. Der eigentümliche Millionär und Initiator des Wettbewerbs hat seine Notizen über die Natur der menschlichen Spiritualität und ihren Einfluss auf Gesellschaft und Politik hinterlassen, die von den teilnehmenden Kandidaten als Grundlage für ihren Beitritt zum Wettbewerb genützt werden können.

Kurz: Der Erblasser ist ein Vertreter der Integralen Philosophie, im Grunde vertritt er den Kern aller Bücher des Lebens von George Grow, und er bietet diesen Autoren eine beträchtliche Belohnung, um aus seinem literarischen Erbe etwas zu machen, das ein breiteres Publikum verstehen kann.

Diese literarische Unternehmung in der abgelegenen Landschaft des Schottischen Hochlandes wird jedoch durch mysteriöse Entwicklungen und Offenbarungen unterbrochen.

Die Geschichte wird in der ersten Person von einem Autor erzählt, der einst eine zufällige Begegnung mit dem späterem Erblasser, dem exzentrischen Millionär Ken Winehouse hatte, den er vor einem Verkehrsunfall bewahrte. Er erhält einen Besuch von einem Notar, der ihn einlädt, bei der Durchführung des Testaments anwesend zu sein, ohne genau zu erwähnen, welchen Anteil er an dem Erbe haben könnte.

Da der Autor wieder einmal eine seiner Pechsträhne durchläuft, zögert er nicht, das Angebot anzunehmen.

Die Ungewissheit wird auch von allen anderen Passagiere geteilt, denen er am nächsten Tag begegnet, als sie in einen Bus steigen, der sie zu einem verlassenen neugotischen Anwesen inmitten des schottischen Hochlands führt, dessen nächste Nachbarn ein Kernkraftwerk und ein Hochsicherheitsgefängnis sind. Bei den anderen Passagieren handelt es sich um renommierte Literaten aus akademischen, publizistischen und journalistischen Kreisen, Männer und Frauen aller Altersstufen und literarischen Gattungen, insgesamt neun.

Urshardt Manor hat selbst ein literarisches Erbe: Der junge Edgar Allan Poe nächtigte hier mit seinen Eltern auf dem Weg zu einem Internat in England, und die Eindrücke, die er auf Urshardt Manor eingesammelt hat, spiegeln sich in einigen seiner späteren Werke wider.

Einige Erklärungen werden am nächsten Tag geboten, als der Notar den letzten Willen ihres mysteriösen Wohltäters verliest:

Sie sind alle zu einem Literaturwettbewerb eingeladen: Sie haben neun Tage Zeit, das unvollendete literarische Werk des Erblassers in eine Form ihrer Wahl zu bringen: Artikel, Essay, Novelle oder Kurzgeschichte. Sie werden im Herrenhaus getrennt voneinander beherbergt sein, von der Außenwelt abgeschnitten, für den Notfall über eine Telefonleitung mit dem Chauffeur verbunden. Der Gewinner erhält 25 Millionen Pfund, der Rest erhält jeweils 100.000 Euro für Zeit und Mühe. Ihre Aufgabe wird sein, den philosophischen und literarischen Nachlass des Ken Winehouse zu destillieren und in eine Form zu bringen, die den Gehalt für die Öffentlichkeit am besten zugänglich macht, was dem Erblasser trotz seiner Bemühungen zu Lebzeiten nicht gelingen konnte.

Das zugrunde liegende Thema seiner Texte ist die von ihm entwickelte Integrale Philosophie, die einerseits äußerst komplex ist, weil sie alle Aspekte der Gesellschaft, Religion, Spiritualität, Wissenschaft, Soziologie, Politik, Wirtschaft und Philosophie miteinbezieht, zur selben Zeit aber erstaunlich einfach ist in ihren Schlussfolgerungen und Anwendungen im täglichen Leben.

Aus diesem Grund hat der mysteriöse Erblasser eine so unterschiedliche Gruppe von Autoren zusammen gerufen, um die repräsentabelsten Mittel zu finden, um seine Bemühungen bekannt zu machen. Und da er keine Familie oder andere Erben hat, hat er beschlossen, diese Aufgabe und mit ihr seine Millionen als Belohnung für die ideale Lösung auf seine „Schicksalserben“ zu übertragen.

Einblick in die Schriften des Erblassers erhalten wir nur durch die Reaktionen des Protagonisten auf die Lektüre und Exegese der vorgelegten Texte sowie durch die visuellen Hilfsmittel in Form der Werbetafeln, die Winehouse in der Schweiz aufgestellt hat, um die Grundprinzipien seines Denkens zu erläutern. Durch den namenlosen Protagonisten erhalten wir eine Zusammenfassung der Integralen Prinzipien, der Einheit des Seins und der Vielfalt der einzelnen Wesen. Die Menschheit als Teil Gottes in der Welt und die Mittel, durch die Gott selbst in der physischen Welt lernt und wächst.

Wir erfahren auch, dass alle anderen Autoren sich in den Text eingraben und hingerissen schreiben, motiviert von dem Gefühl des Wettbewerbs und dem Gedanken an die Belohnung, die sie erwartet, wenn sie gewinnen. Unser Protagonist ist zunächst unschlüssig über seine Chancen gegen so bekannte literarische Koryphäen und Schwergewichte, aber wir sehen, wie sein Verständnis der Integralen Philosophie trotz der zeitlichen Zwänge, die ihnen allen auferlegt werden, schnell wächst.

Die Autoren pflegen alle den Anschein der Kameradschaft, vor allem wegen der geheimnisvollen Umgebung, in der sie nach dem Verlassen des Notars und des Chauffeurs sich selbst überlassen sind. Ein gewisses Maß an Zusammenarbeit ist notwendig, auch wenn sie alle versuchen, die Interaktionen und die täglichen Notwendigkeiten zu minimieren, etwa das Essen auf ein Minimum zu beschränken, um fieberhaft daran zu arbeiten, ihre Version der Bedeutung der Schriften zu optimieren und das massive Erbe heimzubringen.

Die Erscheinung eines mysteriösen und bedrohlichen Gesichts am Fenster im Zimmer der berühmten Autorin Charlene Hamilton lässt die Situation noch intensiver und bedrohlicher erscheinen. Sie versuchen die Erscheinung als Fantasie zu interpretieren, oder als Vagabund, der durch die Landschaft streift, aber die Situation wird noch dringlicher, als der Mitbewerber Jeff Halington spurlos verschwindet.

Dies ist natürlich alles andere als förderlich für die Autoren, die  Schwierigkeiten haben, die Frist einzuhalten, um ihre Texte fertigzustellen. Nachdem sie vergebens auf ein Zeichen seiner Rückkehr gewartet haben, überlegen sie ihre nächsten Schritte und befürchten, dass einer von ihnen das nächste Opfer sein könnte. Am nächsten Morgen vernehmen sie eine Stimme aus dem Unterholz einer unzugänglichen Schlucht, und sie stellen Ermittlungen an, die sie an die Quelle der ungeklärten Vorfälle führen, wo schließlich auch Polizei und Sanitäter sich einfinden.

Die Geschichte wird in einer äußerst dramatischen Angelegenheit gelöst, mit Wendungen und Entwicklungen, die jeder klassischen Mystery-Geschichte würdig sind. Wir erfahren auch die wahre Identität und das wahre Schicksal des mysteriösen Erblassers Ken Winehouse. Und was den Gewinner angeht…

Werksgeschichte

Nach der Beurteilung der Literaturkritikerin und Lebensgefährtin des Urhebers, Kattia Watson Carazo, „hatte Grow damit begonnen, sich seine Komödien auf den Leib zu schreiben, da er damit endete, sie sich von der Seele zu schreiben.“ Schon von den ersten Kritiken wurde erkannt, dass der Dichter mit seinen „Schicksalserben“ und den von ihm geschaffenen Protagonisten ein umfassendes Menschen- und Weltbild schuf, das unter „Seele“ kein geheimes Organ, keinen geheimnisvollen Funken im Menschen begreift, sondern die Verbundenheit und Identität des Menschen mit der Welt.

Mit Grow nimmt die Mystik ihren Weg zurück: Nachdem sie von der Transzendenz enttäuscht – weil sie über den Wolken, im Himmel, außerhalb der Materie keinen Gott fand – und von der Immanenz enttäuscht wurde – weil sie im Innersten des Menschen keine göttliche Seele, keinen göttlichen Kern vorfand – sucht sie mit Grow Gott, das Ominöse nicht außerhalb oder innerhalb der Welt, sondern als die Welt.

Im Gegensatz zum deutschen Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, der seinen „schusseligen Katholizismus“ liebte, bis er ihn nach langem Ringen fallen ließ, spart Grow jeden Bezug zu religiösen Konfessionen und Traditionen aus: Der Ausgangshafen seiner Theodizee ist eine gänzlich neue Anlage. Man muss von daher den Großteil der Growschen Literatur nicht wie die Böllsche als „Versuch“ verstehen, „die Brüchigkeit des Rechtlichen innerhalb der Religion und das, was man früher Sakramente genannt hat, neu zu definieren durch Beispiele, durch Versinnlichung“, so Böll selber, sondern von der unmittelbaren Erfahrung und dem gesicherten Wissen des Menschheit ausgehen und Religion als etwas begreiflich machen, das jeden Menschen auch ohne sein Wissen oder gerade so, dass er es nicht wissen kann, zuteil wird.

In der Tat muss man sich in „Die Schicksalserben“ anschauen, wie Grow die communio zwischen zwei Menschen beschreibt, wie er Menschen bei Mahlzeiten, beim Teilen von Brot, beim Austausch von Zigaretten und Wein schildert, während man in bitterer Konkurrenz zueinander ein „Monument“ errichtet, und man bekommt eine Ahnung von dem, was er „Sinnlichkeit der Transzendenz“ oder „Integralität der Dinge“ nannte, an der sich Spiritualität ebenso beteiligt wie Evolution, Kampf, Leid, Sexualität, Atheismus, Perversion und Vergehen. Kattia Watson hat deshalb zu Recht von einer „Sakramentalisierung des Alltags“, einer „Metaphysik des Alltags“ bei Grow gesprochen. In der Tat lebt sein literarisches Werk auch von der Überzeugung, dass sich das Göttliche in zwischenmenschlichen Zeichen, Gesten, Handlungen verleiblichen, versinnlichen lässt, dass Spirituelles sich im Materiellen konkretisiert, Geistliches im Körperlichen. Kenne man das Wesentliche integraler Realität, wie den Sinn des Lebens oder den Gang des Menschen und Menschheit in drei Phasen, könne man nicht nur die Absicht hinter allen, sondern alle weitere Bedeutung erfassen.

Dem, der die Absicht nicht kennt,
ist die Sicht verstellt.

Nie hat George Grow einen Zweifel daran gelassen, dass er, der Wiener, Sohn weltlicher Eltern, spirituell ausgerichtet ist und auf seine ganz eigene Weise Religion leben will, gerade weil das Adjektiv „religiös“ für ihn durch etliche Instanzen missbraucht ist. Grow aber konnte nie religiös sein wie die „korporierte Religion“ und nie „spirituell“ sein wie eine bestimmte Ideologie „spirituell“ ist. Er ging seinen eigenen Weg, der vielleicht Weg anderer sein kann, da aus Bausteinen gemacht, die mit integralen Werkzeugen angefertigt wurden: nicht der kleinste, sondern der größte gemeinsame Nenner allen Wissens gekoppelt mit der eigenen kultischen Erfahrung, unter der sozial und asozial, spirituell und materiell, wissenschaftlich und absurd und sogar theistisch und atheistisch nicht mehr verschieden sind.

In diesem Sinn nimmt ein Gutteil seines Mystery-Thrillers „das spirituelle Erbe des Mörders Edward Kay“ ein, womit das Integral noch einmal umfassender ausgreift und uns in sein tiefreichendes Erleben und Verstehen hinein nimmt: Es beginnt mit der Erfassung einfacher Begriffe wie „Religion“, „Spiritualität“ und „Gott“ und reicht bis zur Kondition, unter der diese erlebt werden können, und der integralen Bedeutung des alltäglichen Geschehens.

© George M Grow Jr

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